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Autofrei: Schüler machen mit!

Autofrei: Schüler machen mit!

In Kooperation mit dem Hallenbad Lilienthal haben wir dieses Jahr zum Autofreien Schultag aufgerufen!

Das Hallenbad Lilienthal sponsorte mit Zehnerkarten die schönsten Beiträge zum Autofreien Schultag

Die Aktion war dieses Jahr noch erfolgreicher als letztes Jahr, weil noch mehr teilgenommen haben. Die Wümme Zeitung hat dazu folgendes sehr passend berichtet:

Aktion in Lilienthal

Initiatorin wertet autofreien Schultag als Erfolg

Marcus Schmidt 17.09.2020

Weniger Autos, weniger Gefahr: Am Donnerstag war in Lilienthal zum autofreien Schultag aufgerufen worden. Beim Ortstermin vor der Grundschule Trupermoor zeigte sich: Der Aufruf wurde offenbar erhört.

Auf geht’s zur ersten Stunde: Kinder entern die Grundschule Trupermoor. Die meisten kamen zu Fuß. (Marcus Schmidt)

Lilienthal. Donnerstagmorgen, kurz vor halb acht in der Trupermoorer Landstraße: Autos fahren – trotz defekter Geschwindigkeitsmesstafel – scheinbar in Zeitlupe. Das Smartphone zeigt acht Grad Celsius Außentemperatur an. Ein Mädchen mit schwer hängender Schultasche, hat sich einen Schal umgewickelt. Unter seinen Schuhen knacken Eicheln. Ansonsten ist es auf dem Weg zur Grundschule seltsam ruhig: Kein „Elterntaxi“, das Schüler abliefert, ist zu sehen. Das soll an diesem Tag aber auch so sein, denn es ist „autofreier Schultag“.

Der Aktionstag am Donnerstag ist bereits der zweite seiner Art in Lilienthal. Wie schon im vergangenen Jahr hat die Initiative Mobilität dazu aufgerufen, Kinder an diesem Tag nicht mit dem Auto, dem sogenannten Elterntaxi, in die Schule zu bringen. Stattdessen sollten sie ihren Nachwuchs zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg schicken. Dabei haben die Initiatoren mehrere Aspekte im Auge: mehr Sicherheit vor den Schulgebäuden zum Beispiel, da von rangierenden Fahrzeugen eine potenzielle Gefahr ausgeht. Außerdem kann ein autofreier Schulweg auch ein Beitrag zum Klimaschutz sein. In den Lilienthaler Grundschulen hatte die Initiative vorab für das Vorhaben geworben und mit Plakaten, Briefen an Eltern und Hinweisen auf Internet-Seiten die Werbung angekurbelt.

Sicherheit und Selbstbewusstsein

15 Minuten später erreichen immer mehr Gruppen von Schulkindern und Eltern den Schuleingang. Das Geschehen am Donnerstag in der Trupermoorer Landstraße erweckte den Eindruck, dass die Botschaft der Initiatoren angekommen ist. Viele Autos fahren in der halben Stunde vor Schulbeginn nämlich nicht vor. Die meisten Schüler sind zu Fuß unterwegs, manchmal auch in Begleitung ihrer Eltern: „Unsere Kinder kommen eigentlich immer ohne Auto“, sagen einige. Ihnen scheinen die Ziele der Aktion, wie zum Beispiel Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Sicherheit einzuleuchten. Die Kinder, so die Ideengeber des autofreien Schultag, könnten sich besser zu orientieren und fühlten sich stärker. Medien berichten sogar von einem „besseren Lernen“ als Effekt des Laufens und Fahrradfahrens am Morgen. Mara Jekosch ist eine der Initiatorinnen des autofreien Tags. Vor der Grundschule Trupermoor war sie mit Maskottchen „Lilius“ dabei, um zu schauen, wie die Resonanz ausfiel. (Marcus Schmidt)

Kurz vor Schulbeginn biegt ein SUV in die Stichstraße gegenüber ein. Hier soll es sonst zu jeder Menge Frühverkehr kommen. An diesem Donnerstag ist das anders. Und auch aus dem großen Wagen steigt kein Kind aus. Erst als der Bus hält und die Kleinen über eine Rampe auf den Vordereingang zulaufen, ist ein Gefühl von Hauptverkehrszeit zu spüren.

Den Morgen vor der Schule begleiten auch die Polizistin Gabi Knigge und ihr Streifen-Partner Alexander Andrič. Zunächst sprechen sie nur eine ältere Schülerin und einen Schüler an: Beide haben auf dem Fahrrad mit dem Handy telefoniert. Auch eine Mutter hatte noch etwas zu berichten. Aber die erwarteten Gespräche mit Eltern, die ihr Kind bis in die Schule fahren, fallen heute aus. Oberkommissarin Knigge: „Es kamen kaum Autos der Eltern“. Kollege Andrič  führt dies auch auf die „Präventionsarbeit“ zurück.

Mara Jekosch, Ideengeberin und Angehörige der Initiative Mobilität, ist an diesem Morgen mit dabei. Die zweifache Mutter und Projektleiterin in der Informationstechnologie hat ihr Auto abgegeben und am Donnerstag erlebt, dass auch andere ohne zurechtkommen: „Eigentlich habe ich gar kein Auto mit Kindern gesehen.“ Aus diesem Grund wertet sie den autofreien Schultag als „vollen Erfolg“. Bei der einmaligen Aktion soll es aber nicht bleiben: „Wir freuen uns, wenn möglichst alle Kinder, egal, bei welchem Wetter, den Weg ohne Auto zur Schule kommen.“ Und wenn der Schulweg mal nicht anders möglich ist, könne man die Kinder zumindest schon vorher aus dem Auto lassen, damit sie die letzten 250 Meter allein gehen können. Zu diesem Zweck kann man mit anderen Kindern auch einen Treffpunkt vereinbaren, damit sie zusammen das Schulgebäude ansteuern.

Maskottchen Lilia

Die Gewinner der Freikarten

Die Einsendungen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen haben uns sehr gefreut und ermuntert den Autofreien Schultag auch im nächsten Jahr stattfinden zu lassen und auch immer wieder die Eltern zur ermutigen, ihre Kinder zu unterstützen den Schulweg alleine oder mit Freunden selbstständig zu tätigen.

Die Fotos der Lilienthaler Kinder werden wir natürlich nicht posten. Aber besonders schön war ein Brief eines Kindes mit einigen Zitaten:

„Es scheint dann auch so schön die Sonne durch die Bäume auf den Nebel der auf den Feldern, Blühwiesen und Maisfeldern liegt. Außerdem habe ich jedes Mal ein Konzert von schönen Vogelstimmen die fröhlich vor sich her singen. Wenn ich Glück habe sehe ich ein Reh oder einen Hasen.“

…aus dem Brief eines Lilienthaler Kindes zum autofreien Schultag

Ich, Ingo Wendelken, fühlte mich an meine Schulwege zurück erinnert, die ich damals per Fahrrad von Worphausen nach Falkenberg/Schoofmoor hatte und ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Auch sind durchaus wichtige Anmerkungen in dem Schreiben:

„Ich komme dann fröhlich zur Schule, muss aber dann trotzdem feststellen, dass ich keinen Fahrradabstellplatz kriege.“

Ein wichtiger Hinweis, sich auch nochmal die Fahrradabstellplätze an den Schulen anzuschauen und ggf. zu verbessern und aufzurüsten.

Ich mag meinen Fahrradweg, denn er ist abwechslungsreich!!!

Vielen Dank für die Teilnahme. Alle Teilnehmer und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Bild mit 3 Kindern von Sylwia Abtacy auf pixabay

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